… dann handle so, dass du auch am nächsten Tag noch Freude daran hast.
Mal wieder kreisen meine Gedanken.
Dieses Mal bin ich vorbereitet.
Heute Nacht konnte ich nur sehr schwer einschlafen. Ich habe geschrieben, gelesen, geschrieben, gelesen. Irgendwann gegen 2:00 bin ich dann doch nach unzähligem Licht ein- und ausschalten endlich weggedöst, mit dem Wissen, bald schon klingelt wieder der Wecker.
Morgens habe ich mich dann aus dem Bett geschält und als ich um 5:35 vor meiner Wohnungstüre stand zu mir selbst gesagt: „heute ist zum ersten Mal einer dieser Tage von denen du immer geredet hast. Dir geht es nicht gut, du könntest heute krank zu Hause bleiben, aber vielleicht tut es dir auch gut sich zur Arbeit zu quälen“ – nur wenig später sollte ich Recht behalten, die Arbeit mit den Kolleginnen hat mich aus dem Nachdenken geholt und gerade als ich mich fragte, ob ich bis zwei Uhr die Energie halten kann, da wurde ich sehr viel früher in den morgentlichen Feierabend entlassen.
Das Schönste daran: Feierabend vor Schließung der Schwimm- und Badehalle Elisabeth. Das erste Mal nach sechs Wochen Sommerferien.
Schwimmen hat wieder einmal geholfen meinen Kopf frei zu bekommen. Ich habe nachgedacht, über den Spontankauf vom Vortag, in dem ich noch spät in der Nacht gewälzt habe. „Ich liebe dich, aber nicht das Leben mit dir.“, so fing der Roman an. Dazu meine eigenen Gedanken auf DIN A4…
Kein „…weil…“
Kein „…und…“
Kein „…noch…“
Heute sollte ein Paket für mich ankommen, aber da war ich gerade mit dem Kopf unter Wasser. Beim Kaffee nach dem Schwimmen frage ich den ersten Boten der mir begegnet, ob er für UPS arbeite und er flüstert „Amazon“ als wäre es das größte Geheimnis von Aachen. Als ich ein wenig später einen UPS Boten am Theater abfange und frage ob er heute auf meiner Straße war, leuchten seine Augen und er sagt „ein neuer Laptop“. Schön, wie er mir zu gönnen scheint.
Zwei Monate kämpfe ich schon mit der Krankenkasse, weil ein Medikament nicht verfügbar war und sich so langsam dem Ende neigt. Heute ist es endlich angekommen und die Apothekerin freut sich am Telefon als wäre es mein Geburtstag.
Mir passiert gerade viel Gutes, irgendwie ist viel Freude um mich herum, aber auch eine gewisse Unruhe.
Mir passiert gerade so viel Gutes, Dinge die Freude in mir auslösen und trotzdem geht mir die Flatter.
„Wie geht es dir?“
Ich antworte „gut“ – nicht aus Verlegenheit, sondern weil es mir in diesem Moment wirklich gut geht. Aber irgendwie fühlt es sich nicht ehrlich an. Die längere Antwort ist auch nicht wirklich komplizierter: „Ich fahre nächste Woche mit meinem Opa in Urlaub und irgendwie geht mir gerade ein bisschen die Flatter, weil ich noch einiges erledigen möchte bevor es losgeht“
Auf meinem Tisch liegt ein Zettel „Vor dem Urlaub“ – sowas ist neu für mich. Sonst bin ich immer hektisch aufgebrochen in neue Abenteuer. Bin schön länger nicht „in Urlaub gefahren“, hab lieber behauptet „ich gehe auf Reisen“. In den kommenden zwei Wochen habe ich vor viel zu lesen und viel zu schreiben, nebenbei ein bisschen pilgern.
Neben der „Vor dem Urlaub“-Liste liegen die vollgeschriebenen Blätter von gestern Nacht.
„Ich reiß mich zusammen!“
„Ich kann nicht einschlafen!“
„Bin ich glücklich?“
„Am Anfang sitze ich mit meinem neuen Buch im Park. Am Ende bin ich einfach wieder zufrieden. Zufrieden mit mir und der Welt“