Der September ist ein Monat, der für mich und einige meiner engsten Freunde sehr wichtig ist. Der erste Sonntag im September gehört den Glehner Schützen.
Auch wenn viele intuitiv sagen würden, das Fest beginnt „am ersten Samstag im September“, so lägen sie mit ihrer Antwort knapp daneben. Wer sagt „am ersten Wochenende im September“ der kommt der Sache schon näher.
Entscheidend ist jedoch, was jeder für sich selbst als Wochenende auslegt. Für viele dauert das Wochenende eine gesamte Woche. Andere können nur einen oder zwei Tage zum Wochenende machen.
Genauso unterschiedlich wie die Antworten zum „Schützenfestwochenende“ wären wahrscheinlich die Antworten auf die Frage „Wann war Lippi das letzte Mal beim Schützenfest dabei?“
Ich verdanke Udo, dass ich offiziell nie gefehlt habe. Er hat mich schon früh darauf hingewiesen, dass man „aktives Mitglied“ bleiben sollte, auch wenn man nicht aktiv am Geschehen teilhaben kann.
Lange Zeit hätte ich die Frage nach meinem letzten Schützenfest mit „vor meinem Praktikum in Nigeria“ beantwortet. Ich habe dieses Jahr noch mal richtig gezählt.
Wenn man mir etwas Interpretationsraum lässt, dann ist das Kirmeswochenende „eine Zeit zwischen den ersten zwei Septemberwochen, an dem wir uns mit engen Freunden und weniger engen Bekannten eine Auszeit gönnen“.
Lässt man diese Definition zu, so habe ich seit unserer Gründung kein Schützenfest verpasst.
Ähnlich geht es mir, wenn ich die Frage beantworten soll, wann ich das letzte Mal „auf Reisen“ war.
Schon mehrfach habe ich mir eingeredet, dass ich mich seit meiner Erkrankung in Afrika nicht mehr getraut habe „richtig“ zu verreisen.
Eine ganz andere Antwort würde ich geben, wenn man mich fragt „Wann hast du das letzte Mal jemanden auf seiner Reise begleitet?“
Irgendwie führt mich diese Frage immer wieder nach Spanien. Auch wenn ich zu Schulzeiten gnadenlos an der Sprache gescheitert bin, zieht es mich trotzdem oder gerade deshalb immer wieder hin zu diesem Land.
Es waren fehlende Vokabeln, vor allem aber fehlender Ehrgeiz, der zu meinem Scheitern an der Sprache geführt hat. Es wundert mich häufig wie viele Vokabeln doch hängen geblieben sind. Gerade Sätze bekomme ich trotzdem nur selten raus.
In den vergangenen drei Jahren habe ich zweimal Jona in Barcelona besucht, dank Laurent durfte ich Sevilla für mich entdecken und im letzten Jahr hatte ich eine wundervolle Zeit gemeinsam mit meinem Opa als Peregrino auf dem Camino de Santiago.
Ebenfalls sehr spannend war eine Zeit im vergangenen Jahr als “Pate” von Rodrigo, einem spanischen Praktikanten in Aachen. Während des Großteils seines Praktikums brauchte er nur wenig Unterstützung und kam auch ohne mich hervorragend klar. Aber gerade in der Zeit der Ankunft und der Abreise konnte ich ihm eine Stütze sein und mir wurde deutlich wie wichtig Wegbegleiter sind.
Der Anfang und das Ende von Reisen regen an über Veränderungen die vor und hinter einem liegen zu reflektieren. Daher bin ich umso glücklicher mich als Wegbeleiter in entscheidenden Phasen bewährt zu haben und schaue schon jetzt freudig auf kommendes Neuland