Das Abenteuer beginnt

Nachdem ich am Mittwoch um 15:58 endlich meine Bachelorarbeit im ZPA eingereicht hab, bin ich nun endlich unterwegs. Adieu „Corporate Communites“ und hallo du große weite Welt. Meine Reise quer durch die Staaten hat begonnen.

So sitze ich gerade im Greyhoundbus von NYC nach Bosten und habe ein wenig Zeit meine ersten Tage in der Neuen Welt Revue passieren zu lassen.

Am Donnerstag morgen machte ich mich mit der S8 (& ein paar Stündchen im Flieger) auf den Weg in die Staaten.
Auf dem letzten Stück meiner Anreise zu meiner Unterkunft in Brooklyn, stach ich mit jeder Subwaystation ein wenig mehr durch meine Hautfarbe aus der Masse hervor. Im Gegensatz zur Erfahrung aus Deutschland, kam ich mir plötzlich recht hellhäutig vor und meine natürliche Bräune wirkte neben dem „Durchschnitts-Brooklyner“ nurnoch wie vornehme Blässe. Ich war wirklich im Herzen von Brooklyn angekommen.

Mein Hostel erwies sich schon bald als Auffangbecken für ganz unterschiedliche Charakter, die alle versuchten, irgendwie einen Bissen vom großen Apfel abzubekommen.
Da war zum Beispiel Anthony, der sein ganzes Leben in Dallas verbracht hatte und vor 2 Monaten von heute auf morgen nach New York gezogen war, um dort sein Glück zu suchen und zurzeit als Fahrradkurier seine Brötchen verdient. Seine Ansichten zur politischen Lage der USA waren weitaus kritischer, als es das weit verbreitete und vorurteilbehaftet Bild vom typischen texanischen Wähler erwarten lässt.
Ein weiterer Zimmergenosse war der permanent aufgedrehte und auf sympathische Weise durchgeknallte (St.) Patrick aus Orlando. Als er von meinem Studium hörte, ließ er mich freudestrahlend wissen, dass er auch im Bereich Kommunikation tätig sei. Genauer gesagt rede er gerne mit Menschen und versuche als Model erfolgreich zu werden. Es ist wirklich eine Freude zu sehen, wie Amerikaner die kleinsten Zusammenhänge nutzen, um Gemeinsamkeiten mit dem Gegenüber zu finden.

Meine Zeit in New York war Quick & Dirty, hat mich aber (2 Jahre nach meinem ersten Besuch) darin bestätigt, dass ich irgendwann auch mal längere Zeit dort verbringen könnte.
Es ist einfach beeindruckend wie es dieser Stadt gelingt, größte Gegensätze in einer riesigen, brodelnden Suppe durchzumischen. Man geht die Straße entlang und verfolgt interessiert das Telefonat einer Geschäftsfrau, die sich lautstark nach den Preisen fürs anstehende „Brasilian Waxing“ erkundigt. Noch während man darüber nachdenkt, wie das unpersönliche Wesen der Stadt die Bedeutung von Worten wie „Privatsspäre“ auf den Kopf stellen kann, wird man plötzlich vom Geschrei einer Pennerin aus den Gedanken gerissen. Diese brüllt im vorbeigehen einer erschrockenen Kundin von Wendys hinterher, sie solle doch die Finger von diesem „artificial-material-crap“ lassen. Es gibt sie also doch; NewYorker die Interesse am Leben ihrer Mitmenschen haben…

Irgendwann wird es mich wohl länger hier hin ziehen, aber bitte nicht zu lange. Denn wie heißt es so schön „Live in New York City once, but leave before it makes you hard.“

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