In Boston angekommen, hatte ich etwa zwei Stunden bis die Mädels aus Michigan eintreffen sollten. Da es bereits dunkel geworden war, beschloss ich mit einem Sixpack Corona auf eine große Brücke zwischen Boston und Cambridge zu setzen um die Aussicht zu genießen. Obwohl ich mich des Schwerverbrechens “drinking in public” strafbar machte, schien mein Anblick mit den zwei Rucksäcken an meiner Seite und dem Bier in der Hand die meisten Passanten zu amüsieren.
Gerade rechtzeitig, als ich anfing mich zu langweilen vibrierte mein Handy und mit der unmissverständlichen Botschaft “DA” leutete Marta unsere gemeinsame Zeit ein.
Nachdem unsere Sachen im Quartier für die erste Nacht (das Studentenzimmer des Freunds einer Bekannten aus Aachen) untergebracht waren, machten wir uns mit einer Flasche Cola (unter Beschuss von Captain Morgan) in der Hand auf Neu-England zu erobern. Ich hatte große Freude an den stark betrunkenen Bostonern, die ihren Verwandten von der kleinen Insel in Punkto lautstarkem Closing-Time-Behaviour in nichts nachstanden (“lasst uns doch hier lang gehen, da können wir noch mehr Engländer beobachten”) und Marta machte uns mehr als einmal (ich hab bereits am dritten Straßenblock aufgehört zu zählen) klar, dass Boston eine wesentlich schönere Stadt als NewYork sei.
Am nächsten morgen, machten wir uns auf den Weg zum Haus von Stefan J. (einem weiteren Aachener im Exil, der zurzeit am MIT studiert)
Schon im Flur stieg uns der wundervolle Geruch von frisch gebratenem Speck in die Nase. Ich fing leise an zu beten, dass der Geruch nicht aus einer der Nachbarwohungen kommen würde, aber als wir die Küche betraten wurden meine Erwartungen sogar noch weit übertroffen. Stefan hatte die Chance ergriffen und ein riesiges Festmahl von Brunch eingekauft (“man muss in den USA nicht auf gutes Essen verzichten,man muss nur die richtigen Chancen ergreifen”)
Es folgten zwei Stunden ausgiebiges Schmausen.
Gut gestärkt waren wir bereit Harvard und das MIT kennen zu lernen. Wie zu erwarten war alles größer und imposanter als man es aus Aachen gewöhnt ist. Aber ein bisschen mehr von allem ist bei den gesalzenen Studiengebühren ja auch nur gerechtfertigt
Abends hatten wir dann noch die Ehre, “awesome andrew” kennen zu lernen. Ein wirklich sympathischer Freund von Stefan, dessen Vater während des kalten Kriegs in Deutschland stationiert war. Nachdem wir uns ein wenig über die Situation während dieser Zeit unterhalten haben, bin ich sehr froh, dass sein Vater damals so viel Freizeit hatte.
Von meinem iPod gesendet