Hallo, schön zu hören, dass dir Aachen so ans Herz gewachsen ist
Deine Frage „Was ist aus Deinen Träumen geworden?“ ist richtig gut und hat mich allein schon über die Frage selbst mehrere Tage nachdenken lassen. Deshalb kommt jetzt eine sehr ausführliche Antwort.
Mir geht es alles in allem sehr gut. Ich hatte in der letzten Zeit Gelegenheit viele verschiedene Dinge zu machen und auszuprobieren die mich glücklich machen. Viele kleine kreative Sachen in verschiedenen Communities.
Das hat irgendwie auch ganz stark damit zu tun, dass eigentlich mal wieder nicht alles so gelaufen ist, wie ich es mir vorher erträumt habe. Meine Suche nach einem erfüllenden neuen Job dauert jetzt schon wesentlich länger an als ich Anfangs gedacht hätte.
Ich habe vor ca. einem Jahr eine Anstellung als Projektmanager für eine digitale Plattform verloren. Seitdem habe ich mich erst mit Gelegenheitsjobs und seit einem halben Jahr mit einem Teilzeitjob in einem Callcenter „über Wasser gehalten“. Dieses Schwimmen und gerade die zunächst recht trist wirkenden Arbeit im Call- oder besser Customercenter hat sich rückwirkend als kleiner Glücksgriff herausgestellt.
Ich hatte nebenbei viel Zeit für kleine Projekte aber lernte auch die „nicht-erfüllende“ Arbeit zu schätzen
Anfangs war ich nicht sonderlich stolz auf den Job aber insbesondere durch Conrona bin ich mittlerweile froh dort gelandet zu sein. Mein Job besteht darin Störungen von Internetleitungen und somit auch der (gerade für alte Menschen noch sehr wichtigen) „Festnetztelefonie“ aufzunehmen. Dieser Job entpuppte sich in der Krise plötzlich als System-relevant und ich fing mit der Zeit an immer mehr auf die kleinen Learnings zu achten. In einer Zeit in der die Arbeitswelt auf eine Zeit mit sehr ungewissen Bahnen geschliddert war, hatte ich einen unbefristeten Job in einer (zumindest gegenüber dieser Krise) recht sicheren Branche.
Aber vor allem lernte ich die Herausforderungen aus dem engen Kontakt zum Kunden zu schätzen. Ich habe aufgrund der oben genannten Störungen quasi nur mit unzufriedenen Kunden zu tun. Manche brüllen, manche sind kurz vorm Weinen, die meisten sind aber sehr nett und vor allem einfach nur überfordert. Ich habe schnell angefangen die Herausforderung zu entdecken selbst besser und schneller in der Lösungsfindung zu werden und die eigentlich noch viel wichtigeren Komponente „Kunden betüddeln“ zum Sinn meiner Arbeit zu erheben.
Alles in Allem waren es bisher sechs/zwölf spannende Monate, aber die Dosis macht das Gift und ich bin froh endlich wieder Hoffnung bei der Jobsuche zu haben. So langsam entspannt sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt und ich entdecke wieder spannende Jobs. Ich kenne meine Träume und bin sehr zuversichtlich.
Beruflich bedeutet dieses Träumen für mich: Ich möchte digitale Produkte entwickeln die Freude machen und dort ansetzen wo Menschen auf einander treffen und Gemeinschaften bilden.
Danke für deine kleine aber bedeutungsvolle Frage.
Liebe Grüße und genieß die Zeit im Planschbecken mit deinem Kleinen 🙂
David
*ursprünglich als Mail verschickt