Lebensziele auf Wanderschaft

Zwei Wochen zusammen mit Opa auf Reisen.

Nicht in seiner Sprache, aber man kann sagen „diese Fahrt steht noch auf seiner Bucketliste“ – etwas, das er noch erleben will, bevor er den Löffel abgibt.

Der Wunsch ist bezeichnend für etwas, das wir beide gemeinsam haben. Wenn wir etwas wollen, dann auch schonmal „auf Teufel komm raus“.

Wenn uns das Leben allerdings kurz durchschüttelt, dann sind wir auch schnell bereit unsere Wege anzupassen. Das Ziel verlieren wir dabei nicht aus den Augen.

Kompromisse machen – ungerne, aber wo nötig dann doch durchaus sehr fähig.

Beim Pilgern geht es sehr viel darum sich zu verlieren und Orientierung zu finden. Man zieht sich zurück aus der Welt und versucht möglichst intensiv im Jetzt zu sein.

Dieses Mal habe ich 7 Bücher im Gepäck. Hingabe ohne sich selbst zu verbrennen. Bahnen ziehen und Monster bekämpfen. Konflikte nicht nur lösen. Lektüre meiner Zeit in Nigeria vor 14 Jahren. Balzac und das Büchlein, das mich schon lange auf dem Weg ins Bett anlacht. Teamcare für Resilient Agiles Arbeiten. Martin Suters Blick in die Nachbarschaft und auf die Zeit. Miteinander reden und auch mal miteinander schweigen.

Pilgern bedeutet für mich eine Reihe von Dingen. Zeit für mich selbst und mit mir selbst verbringen. Neuen Menschen begegnen und Orte kennenlernen, die einem bei einem klassisch touristischen Urlaub eher verborgenbleiben. Auch nochmal ein Blick auf meine eigene Spiritualität ohne blinde Religiosität und eine Auszeit, die mir sonst so nicht möglich wäre.

Dieses Mal fahren wir mit einem Auto von Station zu Station. Weniger Gelegenheit um mit ein paar Metern Abstand jeder seines Weges zu gehen. Mehr Zeit für Kompromisse.