Qué bonito es vivir

Es leutet. Zwölf Uhr am Mittag. Für Opa beginnt gerade die Messe. Heute soll er mal ohne mich ins Kloster gehen, während ich mir noch einen Kaffee gönne.

Ich schaue in die Berge und frage mich, worüber ich heute ein Portrait schreiben soll.

Die Berge und die Landschaft sind wirklich schön, dabei fällt mir trotzdem nichts auf was sich mit Worten zu beschreiben lohnt.

Dann doch eher das Gluckern der Kaffeemaschine?

Mit drei Gästen standen wir in der Taberna und warteten darauf, dass wir endlich bestellen dürfen. Dem Wirt sind wir gerade herzlich egal.

Er hält lieber einen angeregten Plausch mit einem Lieferfahrer. Sie stehen zwischen Tür und Laster, während wir drinnen warten.

Gestern habe ich noch in einem meiner Bücher von einem Kellner gelesen, der voll in seiner Rolle aufgeht, dabei alle Aufgaben mit höchstem Eifer und Präzision erledigt.

Das vernichtende Urteil des Autors: Dieser Mensch hat nicht seine eigene Berufung gefunden, sondern lässt sich von der Rolle des Kellners seine Bestimmung diktieren.

Was müsste man anders machen um diesem Urteil zu entgehen? Soweit bin ich im Buch noch nicht gekommen. Vielleicht hat es der Wirt der Taberna schon längst verstanden.

Weit in der Ferne weht eine Fahne des Baskenlands. Die Glocken des Sancturios leuten zum vierten Mal in der letzten Stunde.

Vielleicht komme ich irgendwann wieder, setze mich unter die Fahne, denke an meinen sturen Opa, der so fasziniert ist vom Freiheitswunsch der Basken und schreibe ein weiteres Portrait.